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Target x Pokémon: Exklusive Jubiläumskollektion bringt 90er-Nostalgie zurück

Alex Abel
04. Mai 2026 8 Min Lesezeit 🔥 8.4k Aufrufe 💬 0 Kommentare

Mit Der Teufel trägt Prada 2 kehrt Meryl Streep als Miranda Priestly zurück – und das zu einem Zeitpunkt, an dem Hollywood stärker denn je zwischen Nostalgie, Franchise-Denken und großen Markenproduktionen pendelt. Die Fortsetzung des Modefilm-Klassikers setzt rund zwei Jahrzehnte nach dem Original an und zeigt eine Branche, die sich durch digitale Medien, wirtschaftlichen Druck und neue Machtverhältnisse massiv verändert hat.

Parallel zur Rückkehr ihrer ikonischen Rolle äußert sich Streep kritisch über eine Entwicklung, die viele große Studioproduktionen der vergangenen Jahre geprägt hat. Gemeint sind Geschichten, die sich stark auf einfache Gegensätze verlassen: hier der Held, dort der Bösewicht, dazwischen ein klar lesbarer Konflikt ohne größere Grauzonen.

Genau diese Form des Erzählens scheint Streep zunehmend zu stören. Sie bevorzugt Figuren, die Widersprüche in sich tragen, moralisch nicht sofort einzuordnen sind und gerade dadurch menschlicher wirken.

Warum Meryl Streep eindimensionale Filmfiguren kritisch sieht

Meryl Streep gehört zu den Schauspielerinnen, die ihre bekanntesten Rollen selten über klare Sympathie oder Abneigung definiert haben. Viele ihrer Figuren wirken gerade deshalb so stark, weil sie nicht bequem in einfache Kategorien passen. Sie können verletzlich und hart, charmant und verletzend, brillant und rücksichtslos zugleich sein.

Diese Ambivalenz fehlt laut Streep vielen modernen Großproduktionen. Wenn Filme nur noch auf klar getrennte Rollenbilder setzen, verlieren Figuren einen Teil ihrer Spannung. Der gute Charakter ist gut, der schlechte Charakter ist schlecht – und das Publikum soll möglichst schnell wissen, auf welcher Seite es stehen muss.

Für Streep ist genau das aber zu wenig. Spannende Charaktere entstehen nicht dadurch, dass sie eindeutig funktionieren. Sie entstehen durch Reibung. Durch Schwächen. Durch Entscheidungen, die nicht sofort richtig oder falsch wirken. Und durch innere Konflikte, die über den nächsten Kampf zwischen Held und Schurke hinausgehen.

Ihre Kritik richtet sich damit weniger gegen ein einzelnes Studio als gegen eine größere Erzählhaltung im Blockbuster-Kino. Der Begriff „marvelisiert“ beschreibt in diesem Zusammenhang eine Art von Filmproduktion, die stark auf klare Konflikte, wiedererkennbare Formeln, markenfähige Figuren und sofort verständliche Gegenspieler setzt.

Miranda Priestly kehrt verändert zurück

Dass Streep diese Kritik gerade im Umfeld von Der Teufel trägt Prada 2 äußert, passt zur Entwicklung ihrer eigenen Figur. Miranda Priestly war im Original von 2006 zwar streng, dominant und oft gnadenlos, aber nie eine simple Bösewichtin. Sie war keine klassische Antagonistin, sondern eine Figur, deren Macht, Stil und Kälte aus einem konkreten beruflichen Umfeld entstanden.

In der Fortsetzung soll Miranda noch stärker als komplexe Persönlichkeit erscheinen. Sie bleibt anspruchsvoll, kontrollierend und einschüchternd, wird aber offenbar nicht nur über Härte definiert. Stattdessen rücken menschlichere Züge und nachvollziehbare innere Konflikte stärker in den Vordergrund.

Das ist wichtig, weil Der Teufel trägt Prada 2 nicht einfach den Konflikt des Originals wiederholen kann. Die Mode- und Medienwelt hat sich verändert, die Figuren sind älter geworden, und auch das Publikum blickt heute anders auf Macht, Karriere und persönliche Opferbereitschaft.

Miranda ist dadurch nicht plötzlich weichgezeichnet. Sie bleibt eine dominante Kraft innerhalb der Geschichte. Aber die Fortsetzung scheint stärker daran interessiert zu sein, warum sie so handelt, wie sie handelt, und welche Position sie in einer veränderten Branche einnimmt.

Der Teufel trägt Prada 2 setzt auf Kontinuität statt Neustart

Ein entscheidender Faktor der Fortsetzung ist die Rückkehr des ursprünglichen Ensembles. Neben Meryl Streep stehen erneut Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci vor der Kamera. Damit entscheidet sich die Produktion bewusst gegen einen vollständigen Neustart mit neuer Besetzung.

Stattdessen setzt Der Teufel trägt Prada 2 auf Kontinuität. Die Figuren werden nicht ersetzt, sondern weitergeführt. Das macht den Film zu einer klassischen Legacy-Fortsetzung: vertraute Namen, bekannte Dynamiken und ein neues Kapitel, das auf den emotionalen Erinnerungen des Publikums aufbaut.

Der Reiz liegt dabei nicht allein im Wiedersehen. Entscheidend ist, wie glaubwürdig sich diese Figuren nach zwanzig Jahren weiterentwickelt haben. Wer exakt dieselben Persönlichkeiten wie 2006 erwartet, dürfte eine andere Art von Film bekommen. Die Fortsetzung arbeitet stärker mit Veränderung, Abstand und der Frage, was aus Ehrgeiz, Karriere und alten Machtstrukturen geworden ist.

Gerade dieser Ansatz unterscheidet den Film von vielen Franchise-Produktionen, die bekannte Figuren oft nur deshalb zurückholen, um Nostalgie auszulösen. Der Teufel trägt Prada 2 scheint stärker daran interessiert zu sein, was die Rückkehr inhaltlich bedeutet.

Eine neue Medienwelt verändert die Konflikte

Der erste Film spielte in einer Modewelt, in der Printmagazine, Chefredaktionen und elitäre Branchenstrukturen noch eine andere Bedeutung hatten. Zwei Jahrzehnte später sieht diese Welt anders aus. Digitale Medien, Social-Media-Mechaniken, wirtschaftlicher Druck und veränderte Konsumgewohnheiten haben das Machtgefüge verschoben.

Genau diese Veränderungen sollen in Der Teufel trägt Prada 2 eine zentrale Rolle spielen. Die Redaktion steht nicht mehr nur für Stil, Einfluss und Status, sondern auch für eine Branche, die sich neu behaupten muss. Klassische Autorität reicht nicht mehr aus, wenn digitale Reichweite, Markenkooperationen und neue Plattformen die Spielregeln verändern.

Für Miranda Priestly bedeutet das eine neue Herausforderung. Ihre alte Machtposition ist zwar nicht verschwunden, aber sie existiert in einem Umfeld, das sich nicht mehr vollständig nach den Regeln der Vergangenheit richtet. Dadurch entstehen Konflikte, die deutlich interessanter sind als ein einfacher Kampf zwischen guter Hauptfigur und böser Chefin.

Die Fortsetzung kann hier mit Themen arbeiten, die sehr nah an heutigen Debatten liegen: Wie verändert sich Autorität in digitalen Medien? Was passiert mit traditionellen Gatekeepern? Und wie viel Kontrolle bleibt einer Figur wie Miranda in einer Branche, die ständig schneller, lauter und unberechenbarer wird?

Warum komplexe Figuren für moderne Filme wichtiger werden

Streeps Kritik trifft einen Punkt, der im Kino schon länger diskutiert wird. Viele große Produktionen funktionieren nach klaren Mustern, weil sie international verständlich, schnell vermarktbar und franchise-tauglich sein müssen. Das ist wirtschaftlich nachvollziehbar, kann aber erzählerisch einschränkend wirken.

Komplexe Figuren sind riskanter. Sie lassen sich schwerer in einfache Trailer-Momente pressen. Sie fordern mehr Aufmerksamkeit vom Publikum. Sie erlauben nicht immer eindeutige Identifikation. Doch genau dadurch bleiben sie oft länger im Gedächtnis.

Miranda Priestly ist dafür ein gutes Beispiel. Sie war nie einfach nur die „böse Chefin“. Sie war einschüchternd, brillant, manipulativ, verletzlich, einsam und professionell nahezu unangreifbar. Diese Mischung machte sie zu einer Figur, über die bis heute gesprochen wird.

Wenn Der Teufel trägt Prada 2 diesen Ansatz weiterführt, kann die Fortsetzung mehr sein als bloße Nostalgie. Sie kann zeigen, wie sich eine ikonische Figur in einer neuen Zeit behauptet, ohne ihre Ecken und Kanten zu verlieren.

Der Teufel trägt Prada 2 im Kinojahr 2026

Das Kinojahr 2026 ist stark von Fortsetzungen, Neuinterpretationen und bekannten Marken geprägt. Viele Studios setzen weiterhin auf etablierte Namen, weil sie Aufmerksamkeit garantieren und ein vorhandenes Publikum mitbringen. Der Teufel trägt Prada 2 reiht sich in diese Entwicklung ein, nimmt darin aber eine besondere Position ein.

Der Film startete am 1. Mai 2026 in den Kinos und setzt nicht auf Superhelden, Action-Spektakel oder komplette Neuerfindung. Stattdessen steht ein Ensemble im Mittelpunkt, das vor allem über Dialoge, Machtspiele und persönliche Entwicklung funktioniert.

Damit unterscheidet sich die Fortsetzung von vielen anderen großen Produktionen des Jahres. Während zahlreiche Filme auf visuelle Überwältigung, Franchise-Logik und globale Vermarktung setzen, liegt der Reiz hier stärker im Charakterdrama. Der Wiedererkennungswert ist zwar ein wichtiger Bestandteil, aber nicht der einzige Motor.

Eine veröffentlichte Einschätzung vergab 7 von 10 Punkten und hob besonders den Wiedererkennungswert des Films hervor. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Figuren nicht einfach im Zustand des Originals eingefroren wurden. Genau diese Weiterentwicklung dürfte entscheidend dafür sein, ob die Fortsetzung beim Publikum langfristig funktioniert.

Nostalgie allein reicht nicht mehr

Der Teufel trägt Prada 2 zeigt, wie schwierig moderne Fortsetzungen geworden sind. Sie müssen vertraut wirken, dürfen aber nicht bloß kopieren. Sie müssen alte Fans abholen, aber gleichzeitig neue Themen aufgreifen. Und sie müssen Figuren zurückbringen, ohne sie zu musealen Versionen ihrer selbst zu machen.

Meryl Streeps Kritik an eindimensionalen Blockbuster-Narrativen passt deshalb sehr gut zu diesem Film. Die Rückkehr von Miranda Priestly funktioniert nur dann wirklich, wenn die Figur mehr bleibt als eine ikonische Chefin mit scharfen Sprüchen. Sie muss weiterhin unbequem sein, aber auch nachvollziehbar. Sie muss Macht ausstrahlen, aber nicht unantastbar wirken.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer simplen Gut-gegen-Böse-Geschichte und einem Charakterkonflikt mit Tiefe. Miranda muss nicht sympathisch sein, um interessant zu bleiben. Sie muss widersprüchlich sein.

Hollywood zwischen Marke und Charaktertiefe

Die Diskussion um „marvelisierte“ Filme zeigt, wie stark Hollywood derzeit zwischen wirtschaftlicher Sicherheit und erzählerischem Anspruch steht. Große Marken bleiben für Studios enorm wichtig, doch das Publikum reagiert zunehmend sensibel auf formelhafte Geschichten und austauschbare Konflikte.

Der Teufel trägt Prada 2 setzt in diesem Umfeld auf einen anderen Schwerpunkt. Der Film nutzt zwar ebenfalls Nostalgie und eine bekannte Marke, verbindet diese aber mit komplexeren Figuren und einer veränderten Medienwelt. Meryl Streeps Rückkehr als Miranda Priestly wird dadurch nicht nur zum Wiedersehen mit einer berühmten Rolle, sondern auch zu einem Kommentar darüber, was moderne Filme ihren Charakteren zutrauen sollten.

Am Ende steht eine klare Botschaft: Gute Geschichten brauchen nicht immer eindeutig gute Menschen und eindeutig schlechte Gegenspieler. Manchmal sind gerade die Figuren am spannendsten, die beides zugleich sein können.

Alex Abel ist Autor bei plaaay.de und schreibt über Games, Hardware und die Themen, die Spieler wirklich bewegen. Sein Fokus liegt auf klaren News, verständlichen Einordnungen und praktischen Guides – von Releases und Updates bis zu Technik, die im Alltag zählt.

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