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Pickmos: Steam-Seite nach Plagiatsvorwürfen entfernt

Alex Abel
18. April 2026 4 Min Lesezeit 🔥 487 Aufrufe 💬 0 Kommentare

Pickmos steht wegen massiver Plagiatsvorwürfe unter Druck. Der Publisher Networkgo hat die Steam-Seite des Spiels entfernt und greift nun direkt in die Entwicklung ein. Das Projekt soll grundlegend überarbeitet werden, bevor es erneut veröffentlicht wird.

Plagiatsvorwürfe häufen sich gegen das Pokémon-ähnliche Spiel

Seit Wochen wird Pickmos von der Gaming-Community heftig kritisiert. Entwickler PocketGame steht unter Verdacht, sich bei der Gestaltung zu stark an etablierten Franchises zu orientieren. Die Vorwürfe gehen über oberflächliche Ähnlichkeiten hinaus: Spieler identifizierten konkrete Design-Parallelen zu Pokémon, The Legend of Zelda, Overwatch und Palworld. Besonders brisant ist ein konkreter Fall, bei dem ein Creature-Design dem Fan-Art eines Künstlers zu Pokémons Mega-Entwicklung Meganium ähneln soll. Diese spezifische Anschuldigung wiegt schwer, da sie nicht nur stilistische Inspiration, sondern mögliche direkte Übernahmen suggeriert. Die Community hat dabei detaillierte Vergleichsbilder zusammengestellt, die die Ähnlichkeiten dokumentieren und in sozialen Medien viral gingen.

Publisher Networkgo übernimmt Kontrolle über die Entwicklung

Der Publisher reagierte auf die Kritik mit einer deutlichen Intervention. Networkgo kündigte an, die Entwicklung künftig direkt zu begleiten und zu überwachen. Das Unternehmen positioniert sich damit als Qualitätskontrolleur und möchte sicherstellen, dass problematische Inhalte identifiziert und überarbeitet werden. Diese Maßnahme signalisiert, dass die bisherige Entwicklung unter den Augen des Publishers nicht den geforderten Standards entsprach. Networkgo erklärte öffentlich, die Entwicklung künftig aus der Perspektive der Spielerschaft begleiten zu wollen — ein Zugeständnis, dass die Community-Kritik berechtigt ist. Der Publisher kündigte zudem an, externe Design-Experten hinzuzuziehen, um die Originalität der Inhalte zu gewährleisten.

Steam-Seite entfernt, Neustart geplant

Die Entfernung der Steam-Seite ist ein drastischer, aber logischer Schritt. Damit entzieht Networkgo dem Spiel die öffentliche Präsenz, bevor es zu weiteren Kontroversen oder rechtlichen Problemen kommt. Der Publisher kündigte an, Pickmos grundlegend zu überarbeiten und erst nach interner Freigabe erneut zu veröffentlichen. Ein konkreter Zeitplan wurde nicht genannt — ein Zeichen, dass die Arbeiten noch in einem frühen Stadium sind. Experten gehen davon aus, dass eine vollständige Überarbeitung mehrere Monate in Anspruch nehmen könnte, da nicht nur einzelne Assets, sondern möglicherweise das gesamte Creature-Design überprüft werden muss.

Urheberrechtsklärung mit betroffenen Künstlern geplant

Networkgo teilte mit, dass es aktiv den Kontakt zu dem Künstler sucht, dessen Mega-Meganium-Design möglicherweise kopiert wurde. Das Unternehmen sammelt Informationen und bereitet sich offenbar auf mögliche Verhandlungen oder Lizenzierungen vor. Diese Vorgehensweise deutet darauf hin, dass Networkgo das Problem ernst nimmt und nicht nur oberflächliche Änderungen plant. Gleichzeitig signalisiert der Publisher damit auch rechtliche Vorsicht, um potenzielle Klagen durch Pokémon-Rechteinhaber The Pokémon Company zu vermeiden.

Vorgeschichte: Vom Namen bis zur Kontroverse

Pickmos hatte bereits bei der ursprünglichen Ankündigung Probleme. Das Spiel hieß zunächst Pickmon — ein Name, der die Nähe zu Pokémon kaum verschleierte. Nach Kritik benannte das Team das Projekt um, ohne aber die inhaltlichen Ähnlichkeiten zu adressieren. Das Spiel war für PC, PlayStation und Nintendo Switch geplant, doch dieser Zeitplan ist nun obsolet. Die Umbenennung wurde von vielen Beobachtern bereits als unzureichende Reaktion wahrgenommen, da sie nur die oberflächlichste Ebene des Problems adressierte.

Was das für die Gaming-Branche bedeutet

Der Fall Pickmos illustriert ein wachsendes Problem: Indie-Studios navigieren in einem Spannungsfeld zwischen Inspiration und Imitation. Während Homagen zu bekannten Spielen legitim sind, müssen sie sich deutlich von ihren Vorbildern unterscheiden. Networkgos Eingreifen zeigt, dass Publisher zunehmend Verantwortung für die Inhalte ihrer Studios übernehmen — nicht nur aus ethischen, sondern auch aus rechtlichen Gründen. Die Gaming-Community hat gelernt, problematische Designs schnell zu identifizieren und öffentlich zu machen. Das erhöht den Druck auf Entwickler und Publisher erheblich. Dieser Trend könnte langfristig zu strengeren internen Kontrollen und besseren Design-Standards in der Branche führen.

Pickmos wird zum Testfall: Kann eine gründliche Überarbeitung das Vertrauen zurückgewinnen? Oder ist die Reputation des Projekts bereits zu beschädigt? Die Antwort wird zeigen, wie resilient die Community gegenüber Korrekturbemühungen ist und ob Networkgo durch diese Intervention sein Ansehen als verantwortungsvoller Publisher stärken kann.

Alex Abel ist Autor bei plaaay.de und schreibt über Games, Hardware und die Themen, die Spieler wirklich bewegen. Sein Fokus liegt auf klaren News, verständlichen Einordnungen und praktischen Guides – von Releases und Updates bis zu Technik, die im Alltag zählt.

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